THF 33-45 e.V. nimmt wieder Führungen auf

Trotz der aktuellen Situation des Krieges zwischen Russland und der Ukraine finden wir es wichtig, weiter sowohl an alle Opfer des Vernichtungskrieges zu gedenken als auch zu den Tätern und Kollaborateuren sowie Kooperationspartnern, „befreundeten“ Staaten und „befreundeten“ wie rivalisierenden Gruppen des NS – Regime zu arbeiten. Der Ernährungskrieg, der „Hungerplan“ oder „Backeplan“ nach dem Staatssekretär Herbert Backe im Reichsministerium Ernährung und Landwirtschaft, betraf die gesamte russische Bevölkerung, er traf Teile der östlichen Ukraine und Weissrusslands.

„Die deutsche Volksernährung steht in diesen Jahren zweifellos an der Spitze der deutschen Forderungen im Osten, und hier werden die Südgebiete und Nordkaukasien einen Ausgleich für die deutsche Volksernährung zu schaffen haben. Wir sehen durchaus nicht die Verpflichtung ein, aus diesen Überschussgebieten das russische Volk mit zu ernähren. Wir wissen, dass das eine harte Notwendigkeit ist, die ausserhalb jeden Gefühls steht. Zweifellos wird eine sehr umfangreiche Evakuierung notwendig sein und dem Russentum werden sicher sehr schwere Jahre bevorstehen.“ IMG, Bd. 26, Nürnberg 1947, S. 610–627, Dok. 1058-PS: Rede des Reichsleiters A. Rosenberg vor den engsten Beteiligten am Ostproblem am 20. Juni 1941,

Daher machen wir auch auf die vier großen NS- Zwangsarbeiterlagerkomplexe auf dem Tempelhofer Feld aufmerksam: darunter waren die mit Stacheldraht umzäunten Lager für russische Kriegsgefangene und russische Familien und Einzelpersonen. Im Laufe des Zeit waren fast nur „Ostarbeiter“ Ukrainer und Russen, auf dem Feld, bzw. in den Splittergräben.

Wir bedauern, dass unsere Aufrufe an die Ukraine und Russland „Versöhnt euch“ ungehört verhallt sind- das betrifft aber leider alle Seiten. Wir hoffen dennoch auf eine Versöhnung und eine gemeinsame Lösung des langjährigen Konflikts, der nun zu einem offenen Krieg wurde. Wir wünschen uns einen dauerhaften Frieden in der Region. Darin kommen „Hate-speech“ oder Angriffe auf russische BerlinerInnen nicht vor. Sie sind Berliner.