THF 33-45 e.V.  und Wasserturm Kreuzberg e.V. präsentieren:

31.Januar 2018 um 20 Uhr im Wasserturm Kreuzberg

Eintritt:frei,  Spenden erlaubt

Auserwählt Ankündigung

DTK-Wasserturm Kreuzberg

Kopischstr. 7/ Fidicinstraße

10965 Berlin

U- Bahn – Platz der Luftbrücke

Im Sommer sorgte der Film „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ für Diskussionen. Die Dokumentation von Sophie Hafner und Joachim Schroeder war vom WDR und dem deutsch-französischen Sender Arte in Auftrag gegeben, dann aber wegen angeblicher inhaltlicher Mängel abgelehnt worden, der Film thematisiere vor allem den Nahost-Konflikt, weniger den Antisemitismus in Europa. Erst nach vielen Kontroversen wurde der Film kommentiert ausgestrahlt.

Das Verbrennen von selbstgemalten Flaggen mit Davidstern und der Ruf „Tod den Juden“, wie er in vielen Städten nach der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch Donald Trump weltweit zu hören war, verdeutlicht, dass diesem Konflikt offenbar ein massiver Antisemitismus zugrunde liegt. Im Umfeld der Gedenkfeiern zu den Novemberprogromen 1938 war es bereits zu zahlreichen antisemitischen Vorfällen gekommen. Teilnehmende wurden als „Faschisten“ bezeichnet, Umstehende hatten „Nieder mit Israel“ gerufen.

Vorankündigung:

Donnerstag, 8. März 2018, 19:00 Uhr, FXHB-Museum (Friedrichshain-Kreuzberg)

AdalbertStr. 95A; U-Bahn Kottbusser Tor

Nationalsozialistischer Terror in Berlin im Frühjahr 1933 und der Überfall auf das Rathaus Kreuzberg.“

Vortrag von Prof. Johannes Tuchel, Gedenkstätte deutscher Widerstand

Am 10. März 1933 überfiel ein SA-Kommando das Kreuzberger Rathaus in der Yorckstraße, verhaftete den sozialdemokratischen Kreuzberger Bürgermeister jüdischer Glaubenszugehörigkeit Carl Herz und mehrere weitere Beamte. Mit einem Zettel auf dem Rücken wurde Carl Herz über den heutigen Mehringdamm in die Markthalle getrieben. Er wurde getreten, geschlagen und beschimpft. Bereits blutend wurde Herz von einem Polizisten vor einem braunen Mob gerettet, indem er ihn verhaftete und abführte.

In seinem Vortrag gibt Johannes Tuchel einen Überblick über die „Dimensionen des Terrors” in der ersten Jahreshälfte 1933. Er beschreibt die Akteure und das Ausmaß der Gewalt sowie das Klima physischer Einschüchterung, nimmt aber auch die Bevölkerung und ihre Akzeptanz der Etablierung der NS-Diktatur in den Blick.

Moderation: Beate Winzer

 

Zum 10. März wird die BVV Friedrichshain-Kreuzberg in einer Gedenkveranstaltung an Carl Herz und den SA-Terror in Kreuzberg erinnern. Geplant sind auch zwei Ausstellungstafeln, die temporär im Rathaus Kreuzberg gezeigt werden sollen. Ein größeres Ausstellungsprojekt in Kooperation mit dem „Förderverein zur Erforschung der Nazi-Verbrechen auf dem Tempelhofer Feld“ wird sich im nächsten Jahr mit dem Thema befassen.