72. Jahrestag der Befreiung

der NS-Zwangsarbeitenden und Kriegsgefangenen

des Flughafen Tempelhofs von der NS – Herrschaft

25.April 2017

Alte Zollgarage im Flughafen Tempelhof

18.00

Kranzniederlegung vor dem Flughafengebäude

19.00 Uhr

Begrüßung
Vortrag
Dr. Grzegorz Rossoliński-Liebe
„Die deutsch-ukrainischen Beziehungen“
Diskussion
Ende der Veranstaltung: 21.00 Uhr
Als Ort der Rüstungsproduktion für die NS-Luftwaffe war der Flughafen
eingebunden in ein System von Lagern, Zulieferbetrieben und
Industrieproduktion. Zehntausende Menschen verrichteten allein im
Flughafen NS-Zwangsarbeit.
Unter diesen Menschen waren viele Menschen aus der Ukraine. Als
„Ostarbeiter“ waren sie ebenso wie die Menschen aus Polen
und den Sowjetrepubliken in der unteren Skala der
rassistischen Wertung der NS-Volksgemeinschaft eingeordnet.
Wer nicht mehr arbeiten konnte, wurde zurückgemeldet und in den Sammellagern zum Sterben
liegengelassen oder sogar Opfer von Medizinverbrechen. Zeitzeugen
berichteten von ukrainischen Nationalisten, die die Sammellager der NS-
Zwangsarbeitenden bewachten, die die Transporte begleiteten und
Menschen misshandelten und sogar töteten. Zugleich waren es Ukrainer,
die in der Roten Armee den Flughafen befreit haben. Der deutsche NS-
Staat hatte ein großes Interesse an bestimmten Formen der
Zusammenarbeit (Kollaboration).
Wer also waren die Ukrainer, die wenigstens zeitweise mit den Nazis
kollaborierten?
Es waren ukrainische Nationalisten, sie kämpften gegen Menschen aus und
in Polen, aus der Sowjetunion und beteiligten sich aktiv an der Shoah.
Wie gestaltete sich das Verhältnis zwischen Deutschen und Ukrainern
untereinander? Welche Erwartungen hatten die Gruppen an dieses
Bündnis? Was bedeutete das für die Nachkriegsgesellschaften? Welche
Erinnerungskulturen sind entstanden?

Alte Zollgarage

Wegbeschreibung zum Download