Förderverein für ein Gedenken an die Nazi-Verbrechen auf dem und um das Tempelhofer Flugfeld e.V.

Mahmal_KZ_Columbia,_Berlin,_Columbiadamm_kl2L

In der Mitte des Stadt Berlin befindet sich das Tempelhofer Flugfeld mit dem Flughafen Tempelhof. Der Flughafen ist zusammen mit dem Flugfeld eine Hinterlassenschaft der NS-Herrschaft, ein Ort von Opfern und Tätern des NS-Regime. Im Flughafen befand sich die "Flugzeugfabrik des Reichsluftministeriums", die Weserflug GmbH sowie das zweitgrößte Reparatur- und Umbauwerk der Lufthansa AG im damaligen Deutschen Reich. Vor dem neuen Flughafen befand sich bis 1934 das SS-Gefängnis Columbiahaus und bis 1936 das KZ Columbia. Auf dem Feld befanden sich zwei Flughäfen, der "alte" und der "neue"Hafen Tempelhof.

Mit dem "neuen Hafen"Tempelhof  erfüllte Hermann Göring eine Forderung der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrtforschung. Hier wurde ein Flughafen für die modernsten Flugzeuge mit einem Flugfeld, auf dem diese Flugzeuge vorgeführt werden konnten, zusammengeführt.Der "Alte Hafen" erfüllte ab 1939 die Funktion eines Fliegerhorsts und einer Reparaturwerkstatt. Zusätzlich diente er als Erprobungsstelle. In den 50er Jahren wurde er von der US-Army abgetragen.

Der Staat als Auftraggeber für militärische und zivile Luftfahrt präsentierte mit dem Flughafen die Einheit zwischen Forschung, Industrie und Staat. Die "Nationale Erhebung" der NSDAP wurde von Industrie und Forschung begrüßt und unterstützt. Der Verantwortung von Forschung und Industrie, von Ingenieuren, Ärzten und Wissenschaft für NS-Terror gilt das Vereinsinteresse. Wir fragen nach gesellschaftlicher Zustimmung, nach Kooperation und Kollaboration und nach Überwachungsmechanismen. Damit steht auch die Funktion einer restriktiven Sexualmoral im Focus und der Umgang mit Menschen, die erfolgreich kriminalisiert und stigmatisiert wurden.

NS-Zwangsarbeit spielte eine wichtige Rolle auf dem Tempelhofer Feld. In vier Lagerstädten waren Zehntausende untergebracht. Neben den NS-Zwangsarbeitenden waren auch "freie Ausländer" und Angehörige einer faschistischen Armee sowie faschistischer Organisationen in den Rüstungsbetrieben, Post und Bahn auf dem Feld tätig.

Die Aufklärung über den und die Erforschung des Ortes stehen im Mittelpunkt der Tätigkeit des Vereins. Seit 2019 forscht und publiziert der Verein nur noch zum Tempelhofer Feld. Viele Jahre hatten wir uns für eine Ausstellung und einen Gedenkort unter der Regie der Topographie des Terrors engagiert. Wir bedauern, dass sich unser Engagement weder in der Ausstellung der Topographie noch in der Dokumentionsstelle NS-Zwangsarbeit wiederspiegeln. Leider haben auch die BürgerInnen der Stadt Berlin an den vielschichtigen Facetten der NS-Geschichte auf dem Feld kein Interesse. Damit konzentrieren wir uns ausschließlich auf Erforschung und Publikation unserer Ergebnisse sowie Führungen über das Tempelhofer Feld.

 

Die Arbeit wird ehrenamtlich durchgeführt, nur Projektarbeit wird den ProjektmitarbeiterInnen vergütet.

Der Verein ist gemeinnützig, Spenden sind steuerbegünstigt.

Zur Werkzeugleiste springen